Arbeitsnehmerüberlassung 2016

….Zwar schreibt der Gesetzgeber, anders als in der ersten Vorlage, nicht mehr Equal Treatment vor, aber eine neue Equal-Pay-Pflicht
nach neun Monaten, die zu viel Verwirrung führt. Auch wenn die bestehenden Branchenzuschlagstarifverträge fortgeführt und
weiterentwickelt werden können, so setzt das neue AÜG der Tarifautonomie der Branche Grenzen. So muss spätestens nach neun
Monaten ein Lohn erreicht werden, der von den Tarifvertragsparteien der Zeitarbeitsbranche „als gleichwertig mit dem tarifvertraglichen
Lohn der Einsatzbranche festgelegt wird“. Abweichende Vereinbarungen zwischen Tarifpartnern sind zwar möglich, aber nur für drei weitere Monate. Nach Ablauf aller tariflichen Optionen gilt Equal Pay – wenn denn klar wäre, was der Gesetzgeber darunter versteht.

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Wachstum in Parallelmärkten Auch wenn möglicherweise das Segment der Zeitarbeit in Zukunft nicht mehr weiter wachsen würde, so bedroht das die großen Zeitarbeitsunternehmen nicht in ihrem Geschäftshandeln. Sie sind längst auf weiterenweiteren Feldern tätig – je nach Philosophie entstehen neue Geschäftsbereiche von Personalvermittlung und Recruiting bis hin zu Outplacement und Outsourcing. Die Aufgabe der Rekrutierung gehört schon länger dazu, „weil Unternehmen aufgrund von Einsparungen die Ressourcen fehlen, passende
Mitarbeiter zum Beispiel in der Produktion zu rekrutieren“, so Helge Schaare, Kelly Services. …